Bereits heute stellt sich das Energieunternehmen LEAG für die Zeit nach der Braunkohleverstromung auf. Foto: SMR

Carbonfaserforschung: Wenn Autos nur noch die Hälfte wiegen

Ein gelungenes Beispiel dafür, wie Kraftwerkstandorte eine Perspektive für die Zeit nach der Braunkohleverstromung erhalten können, entwickelt sich seit September 2020 am LEAG-Standort in Boxberg. Das Fraunhofer-Konsortium aus den Instituten für Werkzeugmaschinen und Umformtechnik (IWU) sowie für Angewandte Polymerforschung (IAP) möchte hier gemeinsam mit der TU Chemnitz und dem Energieunternehmen LEAG beim Projekt „InnoCarbEnergy“ die Forschung an Carbonfasern etablieren.

30 bis 50 Prozent Gewichtsverlust
Leichtbauteile aus Carbonfasern bieten gegenüber Strukturen aus Aluminium oder Stahl enorme Gewichtsvorteile von 30 bis 50 Prozent – bei gleichbleibender oder sogar verbesserter Festigkeit. Werden diese zum Beispiel im Automobil-, Schiff-, Schienenfahrzeug- und Anlagenbau oder in der Luft- und Raumfahrt angewendet, kann beim Betrieb dank des Gewichtsverlusts eine große Menge Energie eingespart werden. In Boxberg sollen in einer Forschungspilotlinie solche Carbonfasern hergestellt und unter praxisnahen Bedingungen erprobt werden – mit dem Ziel, sie zukünftig in der Industrie in Anwendung zu bringen.

Spannende Perspektive nach der Kohle
Neben den Forschungszwecken sichert InnoCarbEnergy nicht zuletzt auch hoch qualifizierte Arbeitsplätze am Kraftwerksstandort Boxberg. Das Ende der Kohleverstromung ist politisch beschlossene Sache. Mit dem Aufbau dieses Leichtbauforschungszentrums ergeben sich neue Chancen sowohl für bestehende Mitarbeiter als auch für Studierende z. B. der BTU Cottbus-Senftenberg, die während oder nach dem Studium in die Forschung gehen wollen.